Die Romantische Straße ist Deutschlands älteste und zugleich bekannteste Ferienstraße – eine rund 460 Kilometer lange Route von Würzburg bis nach Füssen, die durch malerische mittelalterliche Städte, prachtvolle Barockschlösser und eine der schönsten Alpenkulissen Bayerns führt. Gegründet wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Ziel, Deutschland als Reiseziel wieder attraktiver zu machen – ein Vorhaben, das eindrucksvoll gelungen ist: An mancher Stelle der Route glaubt man kaum, wirklich noch in Deutschland zu sein. Dieser Ratgeber zeigt die schönsten Stationen für einen Roadtrip entlang der Romantischen Straße und gibt praktische Reisetipps.
Würzburg: Der barocke Auftakt
Die Reise entlang der Romantischen Straße beginnt klassischerweise in Würzburg – einer Bischofs- und Barockstadt mit prachtvoller Residenz, einem Meisterwerk des Barockbaumeisters Balthasar Neumann und UNESCO-Weltkulturerbe. Das erste Highlight direkt in der Stadt ist die Festung Marienberg, deren Geschichte weit zurückreicht und die erst seit 1990 nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wieder vollständig hergestellt ist. Auch die Würzburger Residenz aus dem 18. Jahrhundert, die Alte Mainbrücke und die Marienkapelle gehören zum Pflichtprogramm des ersten Reisetags. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann die Stadt bequem mit einer Touristenbahn erkunden.
Rothenburg ob der Tauber: Das mittelalterliche Herzstück
Rothenburg ob der Tauber gilt als das eigentliche Herzstück der gesamten Route – eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Europas mit charmanten Kopfsteinpflastergassen, prächtigen Fachwerkhäusern und einer nahezu vollständig erhaltenen, begehbaren Stadtmauer. Auf fast zwei Kilometern Länge erschließt die Stadtmauer mit ihren zahlreichen Türmen und Toren eindrucksvolle Perspektiven auf die Altstadt und das Taubertal – Rothenburg gehört zu den wenigen Städten, deren komplette Stadtmauer man begehen kann.
Zu den weiteren Highlights zählen die St.-Jakobs-Kirche mit dem berühmten Heilig-Blut-Altar des Bildhauers Tilman Riemenschneider sowie das Mittelalterliche Kriminalmuseum. Wer die Stadt möglichst authentisch erleben möchte, sollte den Besuch außerhalb der Wochenenden planen, da Rothenburg dann besonders stark frequentiert ist. Praktischer Hinweis: Wer mit dem Auto anreist, sollte außerhalb der Stadtmauer parken – innerhalb der Altstadt sind Parkplätze kostenpflichtig und begrenzt.
Dinkelsbühl und Nördlingen: Weitere mittelalterliche Kleinode
Auf dem Weg weiter südlich liegen zwei weitere sehenswerte Fachwerkstädte, die im Schatten Rothenburgs oft übersehen werden, aber ebenso einen Besuch wert sind: Dinkelsbühl mit seiner besonders geschlossen erhaltenen Altstadt und Stadtmauer, sowie Nördlingen, das einzigartig in einem Krater entstanden ist, den ein Meteoriteneinschlag vor rund 15 Millionen Jahren hinterließ – ein geologisches Detail, das der Stadt bis heute ihren besonderen Charakter verleiht.
Bad Mergentheim: Kulturprogramm entlang der Route
Auch abseits der großen Namen bietet die Route lebendiges kulturelles Programm. In Bad Mergentheim beginnt das Veranstaltungsjahr traditionell mit dem Fantasy-Festival „Annotopia“, das vom 1. bis 3. Mai 2026 im Schlossbereich stattfindet und Akteure verschiedener Genres und Epochen zusammenbringt. Auch das Renaissanceschloss in Weikersheim, das auf vielen organisierten Bustouren als Zwischenstation dient, lohnt einen kurzen Stopp.
Füssen und Neuschwanstein: Der krönende Abschluss
Am südlichen Ende der Romantischen Straße, dort wo die Route in die bayerischen Alpen übergeht, wartet der wohl berühmteste Abschluss überhaupt: Schloss Neuschwanstein – das fantastische, neoromanische Märchenschloss König Ludwigs II., das zu den meistfotografierten Bauwerken Deutschlands zählt. Zusammen mit dem nahegelegenen Füssen und der Alpenkulisse im Hintergrund bildet dieses Finale einen der eindrucksvollsten Abschlüsse einer deutschen Ferienstraße überhaupt.
Weinverkostung entlang der Route: Der fränkische Genuss
Wer die Romantische Straße per organisierter Bustour erlebt, kann von Mai bis September sonntags an ganztägigen Fahrten von Frankfurt und Würzburg nach Rothenburg teilnehmen. Diese Ausflüge kombinieren landschaftliche Eindrücke mit kulturellen Besichtigungen und einer Weinverkostung – serviert werden dabei typische fränkische Weine wie Secco, Silvaner und Domina. Ein Fotostopp an der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Würzburger Residenz rundet diese Touren stimmungsvoll ab.
Weihnachtszeit: Ein besonderer Reiz entlang der Route
Wer die Romantische Straße im Winter bereist, erlebt eine der stimmungsvollsten Jahreszeiten der Route: Von Rothenburgs berühmtem Reiterlesmarkt über den Krippenweg in Nördlingen bis zu den Lichterwelten in Bad Mergentheim präsentieren die Orte entlang der Strecke vielfältige, traditionsreiche Weihnachtsmärkte mit regionalem Handwerk.
Praktische Tipps für den Roadtrip
Route flexibel gestalten: Reisende müssen der exakten Streckenführung der Romantischen Straße nicht sklavisch folgen – vielmehr stehen die einzelnen Sehenswürdigkeiten im Vordergrund, nicht der lückenlose Streckenverlauf selbst. Wer wenig Zeit hat, kann sich gezielt auf die Höhepunkte Würzburg, Rothenburg und Neuschwanstein konzentrieren.
Ohne Auto reisen: Für alle, die keine Lust auf das eigene Fahren haben, gibt es regelmäßige Bustouren ab Frankfurt oder München – ideal, um die Route entspannt mit fachkundiger Reiseleitung zu erleben, ohne sich um Parkplätze und Navigation kümmern zu müssen.
Bayern-Ticket nutzen: Wer die Strecke per Bahn und Bus erkunden möchte, kann mit dem Bayern-Ticket bei der Zugfahrt innerhalb Bayerns sparen.
Hotelpreise beachten: Die Hotelpreise in Rothenburg sind unter der Woche überraschend moderat – an Wochenenden steigen sie durch die hohe Nachfrage jedoch deutlich an. Eine Reise unter der Woche lohnt sich preislich und wegen der geringeren Besucherzahlen gleich doppelt.
Genügend Zeit einplanen: Für eine entspannte Erkundung der gesamten Strecke von Würzburg bis Füssen sollten mindestens vier bis fünf Tage eingeplant werden – wer zusätzlich Zeit für Wanderungen im Allgäu am Streckenende hat, profitiert von einem noch abwechslungsreicheren Abschluss der Reise.
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Fazit: Die Romantische Straße bleibt Deutschlands schönste Zeitreise
Von der barocken Pracht Würzburgs über das mittelalterliche Rothenburg bis zum Märchenschloss Neuschwanstein am Fuße der Alpen – die Romantische Straße vereint auf einer einzigen Route so viele kulturhistorische Höhepunkte wie kaum eine andere Ferienstraße Deutschlands. Wer sich Zeit nimmt und die Route mit offenen Augen erkundet, versteht schnell, warum sie seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Reisestrecken des Landes zählt.
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