Zwischen Gunzenhausen und Kelheim windet sich die Altmühl durch ein Tal, in dem Jurafelsen, Burgen und urzeitliche Fossilien auf engstem Raum zusammenkommen. Der Naturpark Altmühltal ist der zweitgrößte Naturpark Deutschlands und ein Geheimtipp für alle, die in Bayern aktiv unterwegs sein möchten, ohne in überfüllten Hotspots zu landen. Dieser Ratgeber zeigt, was Radfahrer, Wanderer, Paddler und Entdecker erwartet und wie sich der Urlaub am besten planen lässt.
Warum das Altmühltal so besonders ist
Vor rund 150 Millionen Jahren lag die Region unter einem flachen Meer, dem Weiß-Jurameer. Aus den Ablagerungen entstanden die hellen Kalkfelsen, die heute das Landschaftsbild prägen. Die Altmühl hat sich über Jahrtausende ein sanft mäandrierendes Tal gegraben, gesäumt von Wacholderheiden, Streuobstwiesen und Laubwäldern. Das Ergebnis ist eine Kulturlandschaft, die Ruhe ausstrahlt und zugleich überraschend viel Abwechslung bietet.
- Markante Dolomitfelsen wie die Zwölf Apostel zwischen Solnhofen und Eßlingen
- Historische Städte wie Eichstätt, Berching und Kelheim
- Der Altmühlsee bei Gunzenhausen als Badesee und Vogelparadies
- Weltberühmte Fossilienfundstellen rund um Solnhofen
Der Altmühltal-Radweg: 166 Kilometer entspanntes Radeln
Das Herzstück vieler Urlaube ist der Altmühltal-Radweg. Er führt über rund 166 Kilometer von Gunzenhausen bis nach Kelheim, wo die Altmühl in die Donau mündet. Mit nur gut 600 Höhenmetern über die gesamte Strecke gilt die Tour als familienfreundlich und auch für ungeübte Radler gut machbar. Der Weg verläuft überwiegend flussnah und abseits stark befahrener Straßen.
Etappen-Vorschlag für fünf Tage
- Tag 1: Gunzenhausen – Treuchtlingen mit Abstecher zum Altmühlsee
- Tag 2: Treuchtlingen – Eichstätt mit den Zwölf Aposteln unterwegs
- Tag 3: Eichstätt – Kipfenberg, Besuch der Willibaldsburg
- Tag 4: Kipfenberg – Riedenburg mit Burg Prunn in Reichweite
- Tag 5: Riedenburg – Kelheim und Abschluss an der Donau
In den Infozentren der Region gibt es ein Serviceheft mit Stempelstellen, und viele Gastgeber sind auf Radler eingestellt: abschließbare Radgaragen, Trockenräume und Gepäcktransport von Unterkunft zu Unterkunft. Wer mit dem Pedelec unterwegs ist, findet entlang der Route zahlreiche Ladestationen. Tipps zur Wahl des passenden Rades und zur Akkupflege finden Sie bei Elektrofahrrad.tips.
Wandern auf dem Altmühltal-Panoramaweg
Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, wird auf dem Altmühltal-Panoramaweg fündig. Der Fernwanderweg verläuft über etwa 200 Kilometer ebenfalls von Gunzenhausen nach Kelheim und führt über die Hochflächen mit ihren weiten Ausblicken. Ergänzt wird er durch 19 Schlaufenwege mit Längen von rund 9 bis 26 Kilometern, die sich ideal als Tagestouren eignen.
Ein Klassiker ist der Eichstätter Panoramaweg mit Blick auf die Willibaldsburg und die Frauenbergkapelle. Auch die Steinerne Rinne bei Wellheim, ein kleines Naturwunder aus Kalksinter, lohnt den Abstecher. Die Wege sind gut markiert, und viele Gasthöfe bieten fränkisch-bayerische Küche zur Einkehr.
Kanufahren auf der Altmühl
Die Altmühl fließt so gemächlich, dass sie als ideales Anfängerrevier gilt. Die Bootwanderstrecke ist rund 120 Kilometer lang und reicht von Gunzenhausen bis in den Raum Dietfurt. Beliebt ist die Teilstrecke von Solnhofen nach Dollnstein, die etwa 11,6 Kilometer misst und in rund dreieinhalb Stunden zu bewältigen ist. Unterwegs fahren Sie an den Zwölf Aposteln und am Burgsteinfelsen bei Dollnstein vorbei.
Deutlich anspruchsvoller ist der Donaudurchbruch von Weltenburg nach Kelheim über 5,3 Kilometer. Diese Strecke ist wegen Strömung und Wellengang nur für erfahrene Paddler geeignet. Alle anderen genießen den Durchbruch besser vom Ausflugsschiff aus.
- Wetter und Wasserstand vor dem Start prüfen
- Schwimmwesten tragen, auch bei ruhigem Wasser
- Wertsachen in wasserdichten Behältern verstauen
- Naturschutzregeln und Hinweisschilder beachten
Fossilien suchen und Urzeit erleben
Rund um Solnhofen und Eichstätt wurde Paläontologiegeschichte geschrieben, denn hier fanden sich die berühmten Urvogel-Funde. In ausgewiesenen Steinbrüchen dürfen Besucher selbst Kalkplatten spalten und mit etwas Glück Abdrücke von Muscheln, Fischen oder Krebsen entdecken. Das ist ein Erlebnis, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistert.
Wer mehr über die Vergangenheit erfahren möchte, besucht den Dinopark bei Denkendorf oder den Archäologiepark Altmühltal, der Zeitreisen von der Steinzeit bis ins Mittelalter bietet. Burg Prunn über dem Tal zeigt zudem eindrucksvoll, wie Geschichte und Landschaft hier verschmelzen.
Städte und Orte, die Sie nicht verpassen sollten
- Berching: das „Tor zum Naturpark“ mit vollständig erhaltener Stadtmauer
- Eichstätt: Barockstadt mit Bischofssitz, Altstadtgassen und Willibaldsburg
- Kelheim: Befreiungshalle, Donaudurchbruch und Kloster Weltenburg in der Nähe
- Gunzenhausen: Ausgangspunkt am Altmühlsee mit Bademöglichkeiten und Wassersport
Für Abenteuerlustige gibt es zusätzlich Klettermöglichkeiten an den Jurafelsen und Hochseilgärten, die auch für Familien mit größeren Kindern geeignet sind.
Beste Reisezeit und praktische Tipps
Von Mai bis Oktober bietet das Altmühltal die besten Bedingungen. Im Frühsommer blühen die Wacholderheiden, im Herbst leuchten die Laubwälder an den Hängen. Der Hochsommer eignet sich für Badeausflüge zum Altmühlsee, ist aber an Wochenenden gut besucht.
- Unterkunft früh buchen: Besonders an Wochenenden und in Ferienzeiten sind gute Quartiere schnell vergeben.
- Gepäcktransport nutzen: Viele Anbieter bringen das Gepäck zur nächsten Station.
- Anreise mit der Bahn: Gunzenhausen, Treuchtlingen und Eichstätt sind gut angebunden, Fahrradmitnahme ist in vielen Zügen möglich.
- Reservierungen einplanen: Boote, Steinbruch-Besuche und Führungen sollten Sie vorab buchen.
Wer mehrere Tage in der Region bleiben möchte, ist in einer Ferienwohnung als Basis gut aufgehoben. Eine große Auswahl finden Sie bei Ihre-Ferienwohnung.eu. Weitere Reiseideen für ganz Bayern bietet Urlaub-Bayern.cc.
Fazit: Aktivurlaub mit Tiefgang
Der Naturpark Altmühltal verbindet gemütliches Radeln, entspanntes Paddeln, abwechslungsreiche Wanderungen und echte Urzeit-Entdeckungen in einer Region, die nie überlaufen wirkt. Die moderaten Höhenmeter, die gute Infrastruktur und die Vielfalt an Aktivitäten machen das Tal zum idealen Ziel für Paare, Familien und Gruppen. Wer Bayern abseits der bekannten Postkartenmotive kennenlernen möchte, findet hier einen Urlaub, der lange nachwirkt.
Redaktionell erstellter Artikel. Stand: Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr; aktuelle Öffnungszeiten, Streckenzustände und Preise bitte vor Ort prüfen.
